Die weibliche Brust-OP

 

Diese OP ist eine der häufigsten in der Plastisch-ästhetischen Chirurgie.

Die Klassiker sind z.B. die Wiederherstellungs-OPs nach Brustkrebs, nach Mehrfachgeburten, bei entstellenden Fehlbildungen oder beim natürlichen Alterungsverlauf infolge Erschlaffung des Brustgewebes.

Darüber hinaus kommen noch andere Beweggründe: Z.B. über eine „perfekte Brust“ entweder die Arbeitskraft bei bildgebenden Berufen oder dadurch die persönliche Anziehungskraft zu fördern.

Aber auch Fehlbildungen spielen  eine große Rolle, sich die Brüste entsprechend formen zu lassen.

Gleichgültig, was einen bewegt, es sind meistens Wünsche und Bedürfnisse, die nach längerer Dauer den Antrieb bilden, um sich operieren zu lassen.

Denn es ist eine Binsenweisheit, dass eine schlanke Frau mit der Körbchengröße C/D im ersten Moment anziehender wirkt als eine fülligere mit der Körbchengröße A/B.

Wird fortgesetzt!

Vermeidung von Behandlungsfehlern

 

Die Quote von Behandlungsfehlern liegt nach Angaben Statistiken fachübergreifend zwischen 22 und 30%.

Auffällig ist die Quote in der Pflege und  Zahnmedizin.

Die Fehlerarten sind sehr unterschiedlich, jedoch scheinen sie sich bei folgenden Maßnahmen zu häufen:

Die medizinisch-indizierte Maßnahme wurde falsch oder gar nicht  durch- bzw. ausgeführt oder

die Maßnahme war richtig, aber nicht der Zeitpunkt, weil zu spät.

Beispiel: Eine nekrotisierende Faziitiis. Wenn der Zeitpunkt zu spät war, dann kann man die Frage stellen, ob die zuerst angezeigte Maßnahme auch noch die richtige war.

Die Orte der fehlerhaften Behandlungen liegen zu etwa 30% bei den niedergelassenen Ärzten und zu etwa 66 % bei den Krankenhäusern –Ärzte und Pflege-.

Ein weiterer Mangel besteht in der Arzt- Patientenkommunikation. Wenn z.B. ein ausländischer Augenarzt in seiner Diagnose von Vernarbungen an der Hornhaut spricht; es sich tatsächlich aber um einen Nachstar handelt, dann ist das nicht unbedingt zielführend.

 

Eine nicht genehmigte Operation und ihre Folgen

Leitsatz:

Wird in einem Krankenhaus eine Operation zur Bekämpfung eine krankhaften Übergewichts durchgeführt, ohne dazu vorher eine Genehmigung der Gesetzlichen Krankenkasse(GKV)  des Patienten  einzuholen, ist der Versicherer dann zur Leistung verpflichtet, wenn er den medizinischen Dienst nicht mit einer Prüfung beauftragt hat – so das Sozialgericht Stuttgart am 01.02.2018 (S 18 KR 5146/16).

Der Fall:

Diese Form der Operation hatte das Krankenhaus früher immer genehmigen lassen; in diesem Falle ging es davon aus, dass die Genehmigung letztlich nur ein formeller Akt ist.

Dieser Rechtsauffassung widersprach die betroffene GKV und verweigerte die Leistungen, weil sie darauf bestand, dass der Versicherte vorher das Genehmigungsverfahren zu durchlaufen hätte.

Letztlich landete der Fall vor dem Sozialgericht und das führte in seiner Kernentscheidung aus, dass die Krankenkasse sich nicht auf den Einwand der fehlenden Genehmigung berufen könne, weil durch das Abweichen von dem in der Vergangenheit praktizierten Genehmigungsverfahren, der Patient benachteiligt worden sei; z.B. sei er nicht ausreichend über alternative Behandlungsmethoden aufgeklärt worden.

Dem widersprach das Gericht und sagte, dass es im Verantwortungsbereich der behandelnden Ärzte liege, über Behandlungsalternativen zu informieren.

Im Übrigen verwies das Gericht auf die Gesetzeslage, wonach sich eine Zahlungsverpflichtung eines gesetzlichen Krankenversicherers unmittelbar mit der Inanspruchnahme einer stationären Leistung einen Versicherten ergibt.

SGB V § 39 Absatz 1 Satz 2

Darin heißt es: „Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre oder stationsäquivalente Behandlung durch ein nach § 108 zugelassenes Krankenhaus, wenn die Aufnahme oder die Behandlung im häuslichen Umfeld nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann.“

Anmerkung: Wer sich nur auf Formalitäten beruft, unterliegt!

keinen Anspruch bei Lymphödem

Nach Entscheidung des LSG Rheinland-Pfalz hat ein gesetzlich Versicherter bei Lipödem und/oder Lymphödem keinen Anspruch auf Kostenübernahme für eine Fettabsaugung.

Danach bestehen keine gesicherten medizinischen Erkenntnisse über die Qualität und Wirksamkeit einer Liposuktion zur Behandlung von Lip- und Lymphödemen. (Grundsatzgutachten des MDK von 211 und Aktualisierungsgutachten aus 2015). Demnach ist die Fettabsaugung von Lip-und Lymphödemen zurzeit noch in der wissenschaftlichen Diskussion.

Es ist daher empfehlenswert, dass die betroffenen Ärzte sich eingehend mit den Feststellungen des MDK wissenschaftlich auseinandersetzen und die bisherigen Feststellungen widerlegen, sofern Bedarf darüber besteht.

Häusliche Patientenüberwachung (Home-Nursing)

Was in den angelsächsischen Ländern teilweise gang und gäbe ist, fängt langsam aber sicher an, sich in Deutschland zu entwickeln.

Es handelt sich um die häusliche Patientenüberwachung (Home-Nursing).

Gemeint ist damit die ambulante Behandlung durch einen Chirurgen und die Überstellung in die Wohnräume einer erfahrenen Krankenschwester, die die Patienten während dieser Zeit begleitet und betreut.

Da die Ärzte keinen Vertrag mit den Patienten für diese Dienstleistungen abschließen, stellt sich natürlich die Frage nach dem Versicherungsschutz und nach den Sicherheitsstandards.

Der Vertrag zur Patientenüberwachung wird unmittelbar mit der betreffenden, erfahrenen Krankenschwester, Krankenpfleger/in, geschlossen und diese müssen eine entsprechende Berufs-Haftpflichtversicherung vorlegen bzw. nachweisen..

Außerdem müssen bestimmte Standards eingehalten werden, die geeignet sind, bei einem Notfall bis zum Eintreffen eines Notarztes die Vitalfunktionen des Körpers aufrechtzuerhalten und wiederherzustellen, Z.B. Defibrillator.

Versicherte dürfen sich auf Kosten der Krankenkasse auch privat Operation in der Türkei besorgen

AZ: B 1 KR 1/18 R

Nach der neuesten Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) ist die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zur Kostenübernahme bei verspäteter Entscheidung verpflichtet.

Im vorliegenden Fall hatte der Kläger nach einer massiven Gewichtsabnahme erhebliche Hautüberschüsse, die er durch eine Hautstraffung beseitigen wollte.

Die beklagte GKV ließ sich zu viel Zeit, um darüber zu entscheiden, obwohl sie verpflichtet gewesen wäre, nach einer massiven Gewichtsmaßnahme den Patienten mit einer Hautstraffung an Brust und Bauch zu versorgen.

Daraufhin fuhr der Kläger selbständig in die Türkei und ließ sich für € 4.200,– operieren.

Die Vorinstanzen lehnten seine Klage ab, nicht so das BSG.

Es führte u.a. aus, es fehle bei einer rechtswidrigen Leistungsablehnung ein innerer Grund, den Kreis der Leistungserbringer entsprechend einzuschränken. Auch im Ausland tätige Ärzte unterliegen der Sorgfalts- und Schadenersatzpflicht. Diese bieten grundsätzlich dieselbe Gewähr für eine ordnungsgemäße Leistungserfüllung.

Anmerkung:

Aus Sicht des Herausgebers liegt hier eine eindeutige Beihilfe zur Gesundheitsschädigung des Klägers vor.

Wer seinen Zustand gesundheitsmäßig derart verbessern will und dafür auch Nachteile in Kauf nehmen muss, den kann man nicht allein, in diesem Fall mit Hautüberschüssen, sich selber überlassen.

Erhebliche Hautüberschüsse bedeuten immer ein zusätzliches Krankheitspotential und Entstellungen und genau das ist im Prinzip durch unsere GKV gedeckt.