Brustimplantat-assoziiertes Lymphom

Brustimplantat-assoziiertes Lymphom  – eine zwar sehr seltene, aber ernstzunehmende mögliche Komplikation bei  Patientinnen mit texturierten Brustimplantaten

Seit geraumer Zeit mehren sich die Hinweise, dass Brustimplantate in seltenen Fällen mit der Entstehung eines speziellen Lymphoms  (bösartige Tumore, die sich aus Zellen des lymphatischen Systems entwickeln) in Verbindung stehen. Dieses spezielle Lymphom nennt sich anaplastisches großzelliges Lymphom (ALCL) und entsteht im Bereich des Implantatlagers nach Brustvergrößerungen bzw. Brustrekonstruktionen mit Silikonimplantaten. Weltweit sind bisher etwas über 500 Fälle bekannt geworden, in Deutschland wurden 7 Fälle gemeldet. Aufgrund dieser sehr geringen Anzahl wird das Risiko für Frauen mit Brustimplantaten an einem ALCL zu erkranken auf jährlich 0,35-3 auf 1 Million geschätzt. Somit liegt zwar für Frauen mit Brustimplantaten eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit vor an dieser speziellen Lymphomform zu erkranken, dennoch sind die Patientinnen vor Implantateinlage auf dieses Risiko aufzuklären.

Seltene und späte Komplikationen

Ein typisches Symptom ist fast immer ein sogenanntes Spätserom, also eine nach Jahren auftretende Flüssigkeitsansammlung im Implantatlager, welche meist durch eine Brustschwellung, Schmerzen oder Asymmetrie zur Gegenseite auffällt. In diesen Fällen sollte immer eine weiterführende Diagnostik (Ultraschalluntersuchung und Gewebeprobenentnahme)  eingeleitet werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen erfolgt die Entfernung des Implantates mitsamt der Implantatkapsel. Bei den allermeisten Patientinnen ist das Lymphom auf die Kapsel beschränkt, so dass die operative Therapie ausreichend ist. Nur in absoluten Ausnahmefällen ist ggf. eine zusätzliche Strahlentherapie bzw. Chemotherapie erforderlich. Die Prognose für die betroffenen Patientinnen ist bei korrekter Behandlung sehr gut.

Bitte aufklären

Auch wenn das oben beschriebene Lymphom eine sehr seltene Komplikation im Rahmen von Brustvergrößerungen bzw. Brustrekonstruktionen mit texturierten Implantaten darstellt, sollte jede Patientin auf dieses Risiko im Rahmen des Aufklärungsgespräches hingewiesen werden.

Ein guter Plastischer Chirurg: Was ist das?

Für einen Patienten ist es schwierig zu erkennen und zu beurteilen:

  • Wer ist ein guter Plastischer Chirurg?
  • Wer ist ein guter Schönheitschirurg?
  • Wer ist ein schlechter Plastischer Chirurg?
  • Wer ist ein schlechter Chirurg?

Welche Kriterien gibt es, um dies zu beurteilen?
Nun, ein paar Kriterien gibt es schon, auch für den medizinischen Laien:

1.    Wie ist die Ausbildung des Arztes?

  • Wo, an welchen Kliniken, war die Ausbildung? Wie lange hat sie gedauert? Wurden mehrere Kliniken besucht, d.h. hat er das Fach aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt und erfahren?
  • Ist sie / er Plastischer Chirurg? Wenn ja, bedeutet das, dass sie / er eine mindestens sechsjährige Fachausbildung absolviert hat. Der Facharzttitel sollte vorhanden sein, er verspricht eine Mindestqualifikation. Was und wieviel er / sie dann dann wirklich kann, ist damit nicht gesagt.
  • Hat sie / er außerdem Zusatzbezeichnungen oder gar einen zweiten Facharzt?
  • Ist sie / er nur „Schönheitschirurg“? Dies würde bedeuten, dass sie / er in der Regel keine Fachausbildung in Plastischer Chirurgie hat, denn: „Schönheitschirurg“ kann sich in Deutschland –leider- jeder nennen, der Arzt ist. Eine Qualifikation dafür ist nicht erforderlich.

2.    Gibt es Empfehlungen?

Am besten ist unverändert die persönliche Empfehlung! Eine gute Freundin oder ein guter Freund sind die zuverlässigsten Ratgeber. Es gibt Foren im Internet, über die Empfehlungen (oder das Gegenteil) ausgesprochen werden. Foren sind allerdings zweischneidig:
Die allermeisten Patienten sind zufrieden. Sie sind froh und glücklich und möchten dies in einem Forum kundtun.

Unzufriedene Patienten können aus zwei Gründen unzufrieden sein: berechtigt oder unberechtigt.
Sind sie berechtigt unzufrieden, ist es natürlich in Ordnung, wenn sie dies veröffentlichen, nicht zuletzt, um andere Menschen zu warnen.
Ist ihr Eindruck jedoch unberechtigt, vermitteln sie mit ihrer Kritik ein falsches Bild. Der Arzt wird zu Unrecht kritisiert, ihr Kommentar geht in die falsche Richtung.
Und schließlich: Foren sind manipulierbar.

3.    Wie verläuft das Beratungsgespräch?

  • Reden Sie mit Ihrem potentiellen Operateur!
  • Hat er gute Antworten auf Ihre Fragen?
  • Drückt er sich verständlich aus?
  • Hört er Ihnen zu?
  • Nimmt er sich Zeit?
  • Weist er auf Risiken hin?
  • Zeigt er die Grenzen der Machbarkeit auf?
  • Nennt er andere Methoden, Alternativen der Behandlung?

Wie ist Ihr Bauchgefühl?

Ein schlechter Chirurg, ein schlechter plastischer Chirurg, ein schlechter Operateur tut dies alles nicht. Im Gegenteil: Nach drei Minuten sagt er Ihnen: OK, wir machen einen Termin!

Diese Kriterien sind zwar keine Garantie, einen guten Arzt / plastischen Chirurgen / Operateur zu finden, gibt aber Anhaltspunkte für eine gute Auswahl.