Die Allianz AG in schwerer See?

Über die Finanztochter Allianz GlobaI Investors (AGL)  haben sich große Investoren an den von der AGL angebotenen Alphafonds beteiligt, der im Kern damit warb, über einen Risikoausgleich (Volatilität)zu einem passablen Ergebnis zu kommen.

Aber zu Beginn der Korona-Zeiten ging die Rechnung nicht auf und es kam zu erheblichen Verlusten, so dass zwei von der AGL betreuten Fonds wegen Kapitalmangel geschlossen werden mussten.

Der Schaden soll sich auf etwa $ 6 Mrd. belaufen. Mittlerweile wurde das US-Justizministerium eingeschaltet und ermittelt.

Wie die Allianz mitteilte, kooperiert sie uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden.

Die Vorwürfe der Kläger gehen dahin, dass die AGl -Verantwortlichen sich nicht an die eigenen Richtlinien gehalten haben sollen und nicht ausreichend und angemessen auf die Marktsituation zu Beginn der Korona-Pandemie reagiert haben, um die negative Kursschwankungen auszugleichen.

Anmerkung:

Wenn man als erfahrener Anleger sich an solchen Fonds beteiligt, dann muss man wissen, dass an der Börse nicht angepfiffen wird.
Und bei solchen Marktschwankungen  muss man auch möglich erscheinende Umstände durchspielen, um die Wirksamkeit einer solchen Strategie prüfen zu können.

Der gespenstische Kursverfall in 1929 ist ein sehr gutes Lehrstück dafür.

Selbst wenn die AGL-Manager gegen ihre Richtlinien verstoßen hätten, ist das noch lange kein Grund dafür, dass man einen Schadensersatz fordern kann, weil letztlich die individuelle Entscheidung der Fonds-Manager im Vordergrund steht.Und darüber ist noch nicht gesprochen worden.  Und irren ist außerdem menschlich!

Gerade in Not- und Druckzeiten kommt es darauf an, sich nicht nur an Richtlinien zu halten.

Die Lehre daraus: Wer ins Kasino geht, kann sein Verluste nur dann minimieren, wenn er nicht spielt!

Dieser Fall wirft noch ganz andere Fragen auf: Es liegt ein ganz erheblicher Aufklärungsbedarf vor!