Inhalt von gutachterlichen Stellungnahmen

Früher galt der Grundsatz, wonach die Gerichte die Gesetze kennen würden. Da jetzt aber alles viel umfangreicher geworden ist, hat bzw. haben die Rechtsanwälte nach der neuesten BGH-Rechtsprechung die Richter sachkundig zu machen.

Und da die Richter und Rechtsanwälte meistens kaum eine profunde Ahnung von medizinischen Vorgängen haben, überlässt man jetzt  den medizinischen Gutachtern  immer mehr Spielraum.

So auch in Fragen der medizinischen Aufklärung.

Die juristische Bedeutung der Aufklärung ist aber nicht Gegenstand einer medizinischen Aufklärung. Ob z.B. eine Brutalaufklärung vorliegt oder die Aufklärung im Großen und Ganzen erfolgte, ist eine juristische Bewertung.

Ein Gutachter hat nur zu klären, worüber und worüber nicht aufgeklärt wurde. Und ein Gutachten nach Aktenlage ist nicht immer hilfreich. Denn es gibt auch viele Dinge, die patientenseitig nicht weiter behandelt werden.

Ein medizinisches Gutachten könnte z.B. folgende Inhalte haben:

  1. Anlass der Begutachtung und Sachverhalt
  2. Beschreibung des Behandlungsfehlers durch die Patienten oder deren Vertreter, gutachterliche Bewertung und medizinische Würdigung,
  3. Benennung der entscheidungsrelevanten Unterlagen,
  4. Darstellung des Sachverhalts nach Aktenlage und/oder nach persönlichem Gespräch und Untersuchung,
  5. Bewertung des Sachverhalts nach Aktenlage oder persönlicher Untersuchung,
  6. Begründung in Zusammenhang mit einem Behandlungsfehler oder eines schicksalhaften Ereignisses.
  7. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Fazit mit möglichen Behandlungs-Alternativen.