Ist eine Einheits-Krankenversicherung förderlich?

Vor kurzem ist über die Bertelsmann Stiftung eines Berliner Instituts veröffentlicht worden, wonach alle Bürger dieses Landes nur eine Krankenversicherung benötigen würden.

Begründet wird es u.a. damit, dass die Eingliederung von Privatpatienten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für diese einen finanziellen Vorteil bedeutet und außerdem ist man der Überzeugung, dass ein solcher Schritt den sozialen Zusammenhalt in unserem Lande stärken würde.

1. Die Privatversicherten tragen einen hohen Anteil der Arzthonorare, die dann wegschmelzen und der GKV zur Last fallen würden.

2. Durch die Einkaufsverträge zwischen der GKV und den Arzneimittel- und Medizinprodukteherstellern ist eine Entwicklung in Erscheinung getreten, die dazu führte, dass wir mittlerweile unter einer akuten Medikamentenunterversorgung leiden müssen und damit die Versorgungssicherheit unserer Bevölkerung geschwächt wird.

3. Wenn über die Einheitlichkeit einer Krankenversicherung der soziale Zusammenhalt unserer Bevölkerung gestärkt werden sollte, dann muss diese auch wesentlich individueller auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen und nicht nur Sonderprogramme auflegen, die man bei schweren Erkrankungen nicht wirklich braucht, z.B. Leistungsverweigerung betreibt, was man z.B. bei der Erkrankung „Lipödem“ erkennen kann.

Natürlich hat auch die Private Krankenversicherung (PKV) ihre Nachteile, aber die PKV verfügt zur Zeit über eine Altersreserve von rund 250 Mrd. €.

Die GKV wird im Umlageverfahren bedient und der Arbeitgeber darf für jedes Missmanagement mit bezahlen, was an und für sich schon eine Diskriminierung ist.

Wenn man eine einheitliche Gesundheitsversorgung machen will, dann muss man die GKV´en alle abschaffen, weil der Verwaltungskostenanteil dann nicht mehr gerechtfertigt ist und es auch nicht zu Insolvenzen für die GKV kommen kann. Denn in diesem Falle würde der Staat ähnlich wie bei Beamten, ganz oder teilweise die Krankheitsversorgung übernehmen und das wäre auf Dauer wesentlich günstiger.

Aber auch die rein staatliche Krankheitsversorgung findet ihre Grenzen in Bezug auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung und der damit verbundenen Leistungsfähigkeit .

Ergebnis: Nach meiner Meinung haben die Verfasser dieser Studie nicht alle Aspekte erfasst und richtig gewichtet.

PS: Im Übrigen sollte man auch die Ärzte in diese Überlegungen mit einbeziehen, denn es steht wohl außer Frage, dass diese nicht bereit sind, für einen Tarif zu arbeiten, wie z.B. nach jetziger GOÄ, der sie in Bezug auf ihre Leistungsbereitschaft und Leistungsvermögen gegen jeden Parlamentarier benachteiligt.