Versicherte dürfen sich auf Kosten der Krankenkasse auch privat Operation in der Türkei besorgen

AZ: B 1 KR 1/18 R

Nach der neuesten Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) ist die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zur Kostenübernahme bei verspäteter Entscheidung verpflichtet.

Im vorliegenden Fall hatte der Kläger nach einer massiven Gewichtsabnahme erhebliche Hautüberschüsse, die er durch eine Hautstraffung beseitigen wollte.

Die beklagte GKV ließ sich zu viel Zeit, um darüber zu entscheiden, obwohl sie verpflichtet gewesen wäre, nach einer massiven Gewichtsmaßnahme den Patienten mit einer Hautstraffung an Brust und Bauch zu versorgen.

Daraufhin fuhr der Kläger selbständig in die Türkei und ließ sich für € 4.200,– operieren.

Die Vorinstanzen lehnten seine Klage ab, nicht so das BSG.

Es führte u.a. aus, es fehle bei einer rechtswidrigen Leistungsablehnung ein innerer Grund, den Kreis der Leistungserbringer entsprechend einzuschränken. Auch im Ausland tätige Ärzte unterliegen der Sorgfalts- und Schadenersatzpflicht. Diese bieten grundsätzlich dieselbe Gewähr für eine ordnungsgemäße Leistungserfüllung.

Anmerkung:

Aus Sicht des Herausgebers liegt hier eine eindeutige Beihilfe zur Gesundheitsschädigung des Klägers vor.

Wer seinen Zustand gesundheitsmäßig derart verbessern will und dafür auch Nachteile in Kauf nehmen muss, den kann man nicht allein, in diesem Fall mit Hautüberschüssen, sich selber überlassen.

Erhebliche Hautüberschüsse bedeuten immer ein zusätzliches Krankheitspotential und Entstellungen und genau das ist im Prinzip durch unsere GKV gedeckt.